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Synergetische Beratung

für Organisationen, Teams und Persönlichkeiten

Beratungs- und Organisationsentwicklungsangebote gibt es wie Sand am Meer. Modetrends erscheinen am Horizont, um bald danach in eine Nische abzugleiten und Platz zu machen für den nächsten Modetrend. Spezialisten leisten gute Arbeit, jeder auf seine Art, und mit etwas Glück passt der Ansatz des Beraters zu Ihnen.

Ist Synergetische Beratung auch ein Modetrend, der durchzieht oder verändert sich über Synergetische Beratung das Beratungsverständnis nachhaltig?

Ich sage ja! Ja, sie ist ein Modetrend, zeigt sich und wird sich in einem Segment der Beratungslandschaft einnisten, um sich in der Tiefe auszudifferenzieren. Und ja, sie wird das Beratungsverständnis nachhaltig verändern, weil sie den Berater „über den Rubicon“ führt, hinter dem für ihn ein neues Verständnis, eine neue Haltung beginnt.

Spricht man das Thema Beratung im Alltag an, kommen die meisten Assoziationen zur Expertenberatung. Jemand, der mehr weiß, gibt sein Wissen an andere weiter, als SAP-Berater, als Steuerberater oder als IT-Berater. Expertenberatung ist eine gute Sache, ihre Wirksamkeit ist allerdings begrenzt, weil Menschen nicht logisch funktionieren und Wissen nicht eins zu eins von einer Person auf die andere übertragbar ist. Probleme der Kommunikation verhindern den Transport von Inhalten, und Gewohnheiten der Ratsuchenden führen dazu, dass wohl der Experte gehört wird, sein Wissen aber nicht integriert wird. Diese Einsicht rückt den Menschen, rückt die die Interaktion in den Fokus der Prozesse.

Im pädagogisch-psychologischen Bereich geht der Blick oft auf die Ratsuchenden, man versucht, den Betroffenen die Themen „näher zu bringen“, wissend, dass nur dort, wo die Ratsuchenden „bei sich abgeholt“ werden, überhaupt Beratungserfolg erzielt werden kann. War dieser Punkt in der Expertenberatung noch vom Zufall abhängig, wird er nun durch empathische Beratung gezielt herbei geführt. Auch diese Ansätze sind erfolgreich, auch hier gibt es Grenzen. Durch die enge Bindung, die entsteht, kommt es zu Abhängigkeit, und je länger ein Prozess dauert, desto problematischer wird diese. Der Berater nimmt im System des Ratsuchenden eine Rolle ein, die ihn auf Dauer seiner professionellen Distanz beraubt und irgendwann zu Unmut der Ratsuchenden führt, wenn die Abhängigkeit zum Berater eigene Entwicklung hemmt. Diese Einsicht zwingt den Berater, systemisch-konfrontativ zu denken.

In den systemisch-konfrontativen Ansätzen löst sich der Berater von der engen Beratungsbeziehung empathischer Ansätze, um aus einer Distanz heraus das System der Ratsuchenden zu betrachten. Gegenhorizonte werden aufgezeigt, „Reframing“ soll Altbekanntes in einen neuen Rahmen setzen und Vernetzung und Relationen werden bewusst gemacht. Die Ratsuchenden sollen Ihr System nicht nur verstehen, sie sollen es neu verstehen und dadurch Handlungsspielraum gewinnen. Der Berater begleitet auf diesem konfrontativen Weg der Selbstverständigung und Neubetrachtung. Professionelle Distanz ist Grundbedingung und die Beratung tut so, als ob eine Trennung zwischen Ratsuchenden- und Beratersystem aufrecht erhalten werden könnte. Und trotz aller Erfolge liegt hierin eine Sollbruchstelle, die zum Blick über den oben genannten Rubicon nötigt.

Synergetische Beratung verlässt die Distanzposition, nimmt Resonanzen des Ratsuchendensystems wahr und vertraut darauf, dass eigene Impulse im System der Ratsuchenden ebenfalls Resonanzen erzeugen. Wichtig ist der Blick auf die Wirkungen, die Frage, welche Bewegung das System der Ratsuchenden aufnimmt, ob Energie freigesetzt wird und ob es bereits selbst zurecht kommt. Die Arbeit läuft indirekt, der Berater stellt sich dem System, nimmt wahr und über intuitive Prozesse interveniert er, ohne mit der Intervention eine konkrete Absicht zu verfolgen. Nur über die Beobachtung der Resonanz im System kann er seine Interventionen anpassen. Das System erfährt so aus sich heraus etwas Relevantes über sich und erkennt, wenn der Beratungsbedarf nicht mehr gegeben ist. Hier schließt sich der Kreis zur Expertenberatung, wo der Experte sich voll auf die Inhalte konzentriert: In der Synergetischen Beratung kümmert sich der Berater primär um die Prozesse und lässt die Inhalte außen vor. Synergetische Beratung grenzt somit wieder an Expertenberatung und der Kreislauf beginnt von neuem.

Diese theoretische Polarisierung in abgegrenzte Beratungsformen ist im Leben selten so zugespitzt, meist folgen Berater ihrem eigenen Charakter und holen sich Anteile aus verschiedenen Feldern. Gute Beratung folgt aber nicht nur dem Charakter der Berater, sondern orientiert sich auch am Ratsuchenden und am Anlass. Und dieser bedarf ebenfalls einer gelungenen Mischung aus allen Ansätzen, nicht zu wenig von einzelnen Methoden, aber auch nicht zu viel. Und darum ist es wichtig, dass Berater „aus dem Vollen“ schöpfen können, den theoretischen Überblick halten können und eigene Grenzen erkennen.

 

 

Heimo Gerhard

          Heimo Gerhard

 

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