Teamentwicklung - Wie?

Teams haben einen Charakter, eine Biografie und wünschen sich Entwicklung im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Sie leisten effizienten Widerstand, wenn man sie "gegen den Strich bürstet". Gute Teamentwicklung besteht in der Kunst, Teams in ihren Möglichkeiten zu erkennen, den natürlichen Entwicklungswunsch aufzugreifen und gemeinsam in Bewegung zu kommen. Erfahrungsgemäß haben Teams auf der einen Ebene Stärken und auf einer anderen Schwächen, woraus der Teamentwicklunsansatz resultiert. Ich unterscheide vier Ebenen:

  • mechanistische Ansätze:

Ein Mangel an fachlichem Know-How, bedingt z.B. durch die Eroberung eines neuen Marktes, braucht vorwiegend die Unterstützung zur Erlangung des fehlenden Wissens. Hier lohnt ein Prozess, in dem sich das Team bewusst macht, welcher Mangel besteht und was die Einschränkungen in den Arbeitsabläufen sind. So wird zielsicher das fehlende Wissen benannt und effiziente passgenaue Quellen des Wissenserwerbs werden erschlossen.

  • empathische Ansätze:

Hier liegt der Fokus auf den einzelnen Teammitgliedern, auf dem Umgang miteinander und der Förderung eines gemeinsamen Teamverständnisses im Sinne von Teambuilding. Die im Alltag oft störenden Eigenarten im Team lassen sich durch einen gelungenen Teamentwicklungsprozess als Ressourcen wahrnehmen, negative Spannungen nehmen zu gunsten einer spannenden Teamarbeit ab.

  • systemische Ansätze:

Teams sind Subsysteme in Systemen, sind eingebettet in Umwelt und beeinflussen diese ebenso wie andere Teams. Die Reflexion der bestehenden Glaubenssätze, das Sichtbarmachen von Relationen, das Reframing der bestehenden Einsichten bedingt einen Qualitätssprung im Team.  Scheingefechte auf Nebenkriegsschauplätzen können aufgegeben werden bislang hemmende Konflikte werden verständlich und ihre Energie wird nutzbar. Das Team entwickelt sich, wird auf einer neuen Ebene handlungsfähig und lernt sich in seinen systemischen Verstrickungen kennen. 

  • synergetische Ansätze:

Jenseits des rationellen Verstehens liegt das Feld der synergetischen Ansätze. Durch gemeinsames Handeln in Team verändern sich Strukturen scheinbar zufällig, scheinbar, weil jedes Team den nächsten Entwicklungsschritt in sich trägt und oft nicht mehr als der Wechsel auf eine gemeinsame Handlungsebene nötig ist, um einen Qualitätssprung zu schaffen. Gelungene Teamentwicklung erkennt den Punkt, an dem das Team steht und begleitet scheinbar mühelos auf die neue Ebene.

 

Alle Ansätze haben ihre Berechigung und funktionieren in unterschiedlichen Kontexten. Die Kunst des Beraters in Teamentwicklung und Supervision besteht in der richtigen Einschätzung des aktuellen Standes des Teams, auf der Einschätzung der Bewegung aus der Vergangenheit in die Zukunft und aus einem realistischen Abgleich mit der Umwelt, die auch einem Veränderungsprozess unterworfen ist. Aus diesen Bedingungen ergibt sich der optimale Ansatz für den anstehenden jeweils nächsten Schritt.

Heimo Gerhard

          Heimo Gerhard

 

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